Arbeitsprogramm für den Campusgrün Bundesvorstand 2021/22

Strukturprozesse sind kein Selbstzweck

In den letzten Jahren hat sich viel intern getan: Webseite, Grundsatzprogramm, neue Satzungen und Ordnungen, die Umsetzung und Aktualisierung des Campusgrün Design und neue Leitlinien für unsere Social-Media Präsenz. Mit angepassten Strukturen, die das eigenständige Auftreten von Campusgrün sicherstellen und der Gründung neuer Landesverbände wollen wir diesen Prozess zum Abschluss bringen. Mit dem so gestärkten Verband müssen wir nun für echte Veränderung kämpfen.


Raus aus der Beobachter*innenrolle

Als Campusgrün Bundesverband stehen wir der Partei Bündnis/ 90 Die Grünen nahe. Wir entsenden seit langer Zeit Delegierte in die Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaft, Hochschule und Technologiepolitik (BAG WHT). Doch gerade jetzt, wo die Grüne Partei wieder eine Regierungsbeteiligung anstrebt und damit droht, die uns einenden grünen Grundsätze (ökologisch, basisdemokratisch, gewaltfrei, sozial) preiszugeben, können wir uns nicht weiter mit einer Beobachter*innenrolle zufrieden geben, sondern haben um so mehr die Aufgabe, diese Grundsätze zu verwirklichen und die Diskussion darum auch in der Partei voranzubringen. Um unseren Einfluss auf Grüne Politik zu vergrößern, streben wir an offiziell von Bündnis 90/ Die Grünen als die einzige Grüne Studierendenorganisation anerkannt zu werden. Wir wollen uns kritisch in Gremien von Bündnis 90/Die Grünen einbringen. Dazu werden wir in einen Dialog mit der Partei treten.


Mitgliedsgruppen stärken

Unsere größte Stärke liegt in unseren Mitgliedsgruppen. Wir sind an zahlreichen Universitäten die stärkste Fraktion im Studierendenparlament, stellen ASten und machen starke politische Arbeit an unseren Hochschulen. Wir gestalten aktiv mit und verbessern die Studiensituation vor Ort. Um zusammen erfolgreich zu sein, sollte jede Mitgliedsgruppe mindestens einmal im Semester vom Bundesvorstand kontaktiert werden.

Wo es noch keine aktive Mitgliedsgruppe gibt, wollen wir als Bundesverband auf unabhängige Grüne Hochschulgruppen zugehen und neue Gruppen bei ihrer Gründung unterstützen.


Neue Materialien für Grüne Hochschulgruppen

Wir möchten unsere Infrastruktur, wie unsere Mitgliedercloud verbessern und einfachere Möglichkeiten für unsere Gruppen schaffen unsere vorhandene Infrastruktur zu nutzen.

Viele Mitgliedsgruppen hatten während der Corona-Pandemie Schwierigkeiten neue Mitglieder zu finden. Um den Neustart zu vereinfachen erarbeitet der Bundesvorstand einen Hochschulgruppen-Reader und erstellt eine Methodensammlung für die erfolgreiche Arbeit vor Ort, das Gründen von neuen Gruppen und Handwerkszeug in der alltäglichen hochschulpolitischen Arbeit.


Landesverbände gründen

In der Landespolitik werden viele für uns wichtige Entscheidungen getroffen. Über 60 Mitgliedsgruppen kann kein Bundesvorstand und keine Bundesgeschäftsstelle alleine gut im Blick behalten. Um Gruppen besser zu unterstützen, fördern wir die Gründung von Landesverbänden. In bereits vier Bundesländern haben wir Landesverbände, die aktiv sind oder sich gerade neu gründen. Das ist noch nicht genug. Solange Hochschulpolitik vor allem Ländersache ist, müssen wir im Verband Strukturen fördern, die auf unmittelbarer Landesebene Hochschulgesetze, Wohnheim-Förderung usw. konstruktiv mitgestalten.

Auch wollen wir in Ländern ohne vorhandene Strukturen unsere Gruppen bei der Vernetzung unterstützen und Gruppen dazu ermutigen auch ohne bürokratische Strukturen gemeinsam Landespolitik zu gestalten. Wir behalten auch das hochschul- und wissenschaftspolitische Geschehen in den Ländern im Auge und unterstützen unsere Strukturen bei Kämpfen in ihren Ländern.

Zur Koordination der Arbeit in Bundesländern, die keine Landesverbände haben,möchten wir testweise Beauftragte ernennen, die hier durch einen Zugriff auf einen Teil der Infrastruktur bekommen und einen direkteren Draht und eine direktere Unterstützung durch den Bundesverband erhalten können. Potentielle weitere Aufgaben für Länderbeauftragte wollen wir gemeinsam mit diesen besprechen und so für die Zukunft ein gutes System entwickeln.

Wir möchten gemeinsam mit unseren Landesverbänden vermehrten Kontakt zu grünen Hochschulpolitischen Sprecher*innen in den Landesparlamenten aufnehmen und ihnen Campusgrün als zentrale Ansprechpartnerin etablieren. Die Beziehungen zu den Grünen Landesarbeitsgemeinschaften zu Hochschule und Wissenschaft möchten wir stärken. Unsere Landesverbände sollten in diesen grundsätzlich ein Mitspracherecht und langfristig ein Stimmrecht erhalten.

Wir unterstützen Landesverbände außerdem insbesondere in der Etablierung von Geschäftsstellen und einer ständigen Förderung durch Grüne Landesverbände und/oder staatliche Stellen.


Bildungsarbeit

Unsere Bildungsarbeit bestärkt unsere Aktivist*innen, gibt ihnen Tools zur Hand, aber sie unterstützt sie auch in einem kritischen denken - denn linke Perspektiven kommen auch an vielen Unis zu kurz. Dabei beleuchten wir verschiedene Sichtweisen und fördern den verbandsinternen Diskurs.

Unser Plan für 2022

Das Seminar zu “Campus Grün by Campusgrün” wird durch die GHG Kassel mit organisatorischer Unterstützung der Geschäftsstelle durchgeführt. Die Seminare "Von Brokkoli und Ritalin - Drogen und Leistungsdruck im Studium" und "Studentenverbindungen - historische Institution der Demokratie aber eine Gefahr für diese?!" werden vom Bundesverband als Wochenendseminare durchgeführt. Das Seminar "Representation in Hochschulgremien" wird als fünftägige "Summerschool" durchgeführt.

Für die BMBF Förderperiode 2022/2023 möchten wir erneut viele Seminare beantragen die direkt durch den Bundesverband durchgeführt werden. Selbstverständlich haben unsere Mitgliedsgruppen nach wie vor die Möglichkeit über uns Seminarförderung zu beantragen.

Für die Planung und Durchführung unserer Bildungsarbeit ernennen wir Bildungsbeauftragte, die mit dem Bundesvorstand und der Geschäftsstelle gemeinschaftlich arbeiten.


Bildungsteam

Wir streben die Gründung eines Bildungsteams auf Bundesebene an, das die gesamte Bildungsarbeit des Verbandes übernimmt. Die finale Entscheidungsgewalt soll hier bei dem Vorstand liegen, der rechtlich verantwortlich ist.

Das Bildungsteam soll sich mittelfristig aus aktiven Mitgliedern, die als Beauftragte ernannt werden, der politischen Geschäftsführung und weiteren Mitgliedern des Bundesvorstandes zusammensetzen. Teile der Koordinationsarbeit soll hierbei eine studentische Hilfskraft für das Thema Bildungsarbeit übernehmen.

Das Bildungsteam soll in seiner Struktur evaluiert werden, um langfristig eine Verankerung in der Satzung einer Struktur umzusetzen.


Design

Wir wollen unsere Werkzeuge finalisieren und in einfacher Form den Gruppen zur Verfügung stellen.

Mit einem einheitlichen Design werden wir als Campusgrüne Gruppen bundesweit sichtbarer und stärken unser Verbundenheitsgefühl.